Ihr Lieben ,

in diesem kleinen Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man eine einfache Patchworkdecke näht.

Eine Patchworkdecke besteht aus mehreren Arbeitsschritten

  • Auswählen der Stoffe für die Vorder- und Rückseite
  • Zuschneiden
  • Zusammennähen des Top (Vorderseite)
  • Zusammenfügen von Vorder- und Rückseite, Einlegen eines Volumenvlies, Stecken und Quilten
  • Binding (einfachen Rand nähen)

Legen wir also los…

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Stoffwahl

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Die drei Lagen einer Patchworkdecke bestehen aus dem Top, einer Lage Volumenvlies und der Rückseite.

Das Top wird in der Regel aus Webware genäht, das ist die klassische Patchworkdecke.
Man kann auch Jersey oder Sweat verwenden, wenn man es z.B. für eine Babydecke etwas kuscheliger haben möchte. Jedoch lässt sich Jersey schwerer nähen, da dieser ja dehnbar ist und somit ist es nicht so einfach ist, die Decke schön gerade zu bekommen.
Wichtig ist es aber, dass man nur gleiche Stoffarten mit gleichen Eigenschaften, wie Dehnbarkeit, miteinander kombiniert, so wird die Decke gleichmässiger, also alle Patches aus Webware oder alle aus Jersey.

Die mittlere Lage ist das Vlies. Hier könnt ihr überlegen ob ihr eher eine dünnere Decke möchtet, oder eine dicke warme Kuscheldecke. Dementsprechend wählt ihr die Dicke des Vlies. Hier kann ich empfehlen das etwas teurere Vlies aus Baumwolle zu benutzen, da dies sich nicht elektrisch aufläd und und die Wärme sich nicht stauen kann, wie es beim Pendant aus Polyester sein kann.

Die Rückseite kann man aus Webware, Fleece, Teddy oder, oder, oder… machen.
Hier gilt auch wieder, je dehnbarer der Stoff um so schwieriger wird es, die Decke gerade zusammenzunähen.
Ausserdem sollte man bedenken, dass es noch unter den Nähfuss passen sollte. Also wenn ihr ein dickes Volumenvlies schon verwendet, dann ist es nicht gerade ratsam noch einen Teddystoff als Rückseite zu benutzen.

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Zuschneiden

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Wir fangen hier erst einmal mit Webware an, da diese sich nicht dehnt und somit am einfachsten zu nähen ist.

Wir nähen eine einfache Decke, daher nähen wir eine Decke aus gleichgrossen quatratischen Patches. Im Beispiel haben die Quadrate 15x15cm.
Beim Zuschneiden der Stoffstücke ist Genauigkeit die halbe Miete. Je genauer ihr zuschneidet, um so besser passt es am Schluss zusammen. Das klappt am Besten, wenn ihr ein Patchworklineal, einen Rollschneider und eine Schneidematte verwendet. So werden die Kanten schön gerade und rechtwinklig. Bedenkt, bei der Entscheidung , wie groß eine Decke werden soll, dass von jedem Patch rundherum die Nahtzugabe noch abgezogen werden muss. Hier rechnet ihr mindestens 1/4 inch (ca. 6mm) bis zu 1cm, je nachdem welches Füßchen ihr verwendet.
Habt ihr eure Patches fertig zugeschnitten, legt ihr sie auf einen Tisch auf und puzzelt euch die Decke so hin, wie ihr euch das vorgestellt habt.

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Zusammennähen

Die folgendend beschriebene Reihenfolge hilft euch, nicht durcheinander zukommen, so dass die Decke auch am Schluss so ausschaut wie ihr sie aufgelegt hatten.

Nehmt euch zunächst vom Rand vier Patches und legt diese an der Nähmaschine vor euch hin.

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Klappt die 2 auf der rechten Seite liegenden Patches auf die linke Seite, so dass die Stoffe rechts auf rechts aufeinander liegen , also die schöne Stoffseite innen ist.

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An der rechten Kante werden nun die je zwei Patches zusammengenäht.

Verwendet zum Nähen eine cremeweisen bis grauen Faden. Diese sind am wenigsten sichtbar. Näht mit Geradestich mit normaler Stichlänge und Fadenspannung. Achtet darauf , dass ihr ganz gerade näht, am besten mit einer füsschenbreiten Nahtzugabe. So habt ihr immer die gleiche Nahtzugabe. Dabei dient der Nähfuss als Orientierung, um schön gerade zu nähen.

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Klappt nur die Patches wieder auseinander.
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Klappt nun das untere Pärchen nach oben auf das oben liegende Pärchen, wieder rechts auf rechts, zusammen.

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Hebt es etwas an und nehmt die Stossstelle der Nähte zwischen Daumen und Zeigefinger.

Dabei klappt die oben liegende Nahtzugabe nach rechts und die unterliegende nach links.

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Nun drück ihr die Stossstelle etwas zusammen. Dabei bewegt den Stoff zwischen Daumen und Zeigefinger ganz leicht. Dabei spürt ihr wenn die Stoffkanten der Stossstelle ganz leicht nebeneinander rutschen und somit die Stossstelle ganz flach wird.

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Dann fixiert ihr die Stossstelle mit einer Nadel quer zur Kante. Ich verwende hier gerne diese ganz dünnen Stecknadeln, denn diese kann ich beim Nähen belassen und übernähen. So verrutscht dann auch nichts.

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Nun richten wir die Quadrate gegeneinander aus. Die gesamte Naht sollte genauso ineinanderrutschen wie vorher an der Stossstelle. Das fühlt ihr wenn ihr mit dem Finger über die Naht streicht. Es können nun die Stoffstücke mit weiteren Nadeln fixiert werden.

Entlang der rechten Kante werden diese zwei Stoffe nun wieder zusammengenäht. Die Nahtzugabe sollte an der Nahtkreuzung genau passen.
Wenn ein Stoffstück etwas ungenau zugeschnitten wurde, kann man es hier oberhalb oder unterhalb der Kreuzung wieder etwas ausgleichen.
Wichtig ist , dass die Naht gerade ist.

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Auf diese Art und Weise erhält man eine perfekte rechwinklige Nahtkreuzung.

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Eine Nahtzugabe liegt jetzt noch auf einer Seite und macht einen Knubbel.

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Wenn ihr die linke Stoffseite nun betrachtet liegt die Nahtzugabe oben , rechts und unten schon schön im Uhrzeigerrichtung.

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Demnach müsste die linke Nahtzugabe nach oben geklappt werden.
In dem die Nahtzugaben im Uhrzeigersinn liegen gibt es fast keine Knubbel mehr, ihr werdet sehen.

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Also zieht die Nahtstelle der Kreuzung etwas auseinander und löst dabei die Naht ein wenig. So entsteht ein kleine Quadrat aus den Nahtzugaben der 4 Patches, die die rechte Stoffseite zeigen.
(Dieser Schritt funktioniert nicht , wenn man mit einer Overlock näht, z.B. weil die Patches aus Jersey sind.)

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Bügelt ihr die Nahtzugaben fest. Wichtig ist , es müssen alle Nahtzugaben im Uhrzeigersinn liegen.
Und Ja, bügeln ist hier wichtig und hilft euch , ein perfektes Ergebnis zu erhalten.

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Jetzt näht nach und nach immer 4 Patches zu einem Block zusammen und legt diese wieder auf.

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An den Seiten kann es nun sein dass einzelne Patches überbleiben. Hier näh ihr wieder Patch-Pärchen in der Mitte zusammen und fügt diese an den angrenzenden Block an. So entsteht dann ein Block aus 6 Patches.

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Das Nähen erfolgt immer nach diesem gleichen Prinzip. Wenn ihr alles richtig macht, stossen die Nähte immer so zusammen , dass eine Nahtzugabe nach oben und eine nach unten gebügelt ist und so wieder zusammenpassen.

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Ihr hab nun nur noch 4er und ggf. 6er Blöcke (an einer Ecke ggf. sogar ein 9er Block)

Legt nun je 2 Blöcke aufeinander und verfahrt wieder genau gleich wie oben beschrieben um diese zusammenzunähen.

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Je grösser die Blöcke und somit die Nähte werden um so schwieriger wird es , diese genau aufeinander zu legen.

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Wenn alle Nahtzugaben richtig genäht und gebügelt sind ist es aber eigentlich ganz einfach, da die Stossstellen quasi von selber ineinanderrutschen.

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Immer eine Nahtzugabe rechts und eine nach links.

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An den Ecken macht es Sinn auch die Naht ‚ums Eck‘ mit zu fixieren und auszurichten.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen 🙂

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So sieht es nun von hinten aus. Die Nahtzugaben liegen immer abwechselnd nach rechts oder links.

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Die Nahtzugaben jetzt von hinten nochmal gut bügeln und dann das Top von vorn auch nochmal bügeln.

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Fertig ist das Top 🙂

Der nächste Schitt ist nun,  die Decke zusammenzufügen und zu quilten.

Wie dass geht … lest hier weiter: LINK

 

Viel Spass beim Nähen!

Eure Mandy

 

Verlinkt: Creadienstag, Nähfrosch, Dienstagsdinge, HOT

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